Michael Cechov

Dienstag, 10. September 2019

Die Kunst des Schauspielers, Konzentration/Imagination

Zuerst möchte ich mich dem zentralen Werk von Michael Cechov beschäftigen "Die Kunst des Schauspielers" von 1945/46. Das ist ein sehr umfassendes Werk mit all seinen Gedanken und Anregungen. Im Moment bin ich in der Hälfte des Buches und bin schon ein wenig überfordert, muss ich ehrliche gestehen. Das ist zwar alles schön und interessant, aber ich denke man muss schon ein bisschen aussortieren und wirklich überlegen was man davon für die Musikwelt übertragen kann und wie man die Übungen gut übersetzt und einfach gestaltet.
Es sind so viele Übungen und Anregungen die zwar alles sicher ihren Wert und Reiz haben aber im erstem Moment zu viele und überfordernd wirken. Ich werde nun Schritt für Schritt gehen und versuchen auszusortieren um Übungen zu finden an denen ich arbeiten möchte.

KONZENTRATION und IMAGINATION

Die Konzentration ist ein wichtiges und erstes Element in Cechov's Technik.
"Um die Gestalten zu beherrschen und nicht dem chaotischen Zufallsspiel zu überlassen, kann die Konzentration helfen" so Cechov.
Er beschreibt den Konzentrations-prozeß so: Dass ein gewissen Gedanke z.B. die erwartende Freunde an einen geliebten Menschen, die bleibt  bleibt und immer gegenwärtig ist, selbst wenn man andere Gedanken hat und von alltägliche Sorgen abgelenkt ist, kommt man immer wieder aktiv zu diesem Gedanken zurück. Die Konzentration besteht in dieser Aktivität. "Sie halten das Objekt in ihrer Konzentration unsichtbar fest, ziehen es an sich heran, gehen darauf zu und durchdringen es."
Konzentration findet immer jenseits der physischen Wahrnehmung statt.
Man baut fälschlicher Weise oft die Konzentration auf der Anspannung physische Sinne auf.
Gegenstand der Konzentration kann alles sein zum Beispiel ein Phantasiegebilde oder ein konkreter physischer Gegenstand.

1. ÜBUNG :
Einen Gegenstand genau betrachten und er rät dazu Sinne nicht zu sehr anzuspannen.
Konzentrationsgegenstand:
1. Sichtbaren Gegenstand betrachten, Geräusch hören, Menschliche Rede (Musik) hören
2. Das gleiche aus der Erinnerung machen
Solange üben bis es ganzheitlich nachvollziehen kann
3. Gestalt (Musik) aus der Phantasie.

Übersetzung:
Ich könnte mir vorstellen, dass man das die Übung ergänzen kann um sich einem Klang oder Stil bewußt zu werden z.B. Miles Davis Spiel. In dem ich mir diesen Klang bewußt getrennt vorstellt, bekommt er eine Aufmersamkeit und Plastik. Also nehme ich mir einen Ausschnitt von einem Künstler, versuche das bewußt mit den drei Aspekten wahrzunehmen und dann auch imaginär. Das werde ich ausprobieren.

2. ÜBUNG

Ich übersetze diese Übung schon gleich in Musik:
Nehmen sie einen Song den sie gut kennen. Gehen sie ihn in der Vorstellung durch.
Stellen sie sich gewissen Aufgaben. Den Song in ein gewisses Setting setzten. Gefühle intensivieren oder zu reduzieren, das Tempo des Songs anziehen oder verlangsamen. Wie verändert sich das Stück im Einfluss dieser Fragen? Sehen sie es Bildhaft vor sich.
Endziel dieser Übung ist die Anregung des schöpferischen Moments.
Noch ehe man mit anderen übt kann man die Songs so für sich durchgehen.

Ich kann mir vorstellen auch noch mal bei den mentalen Übungen für Pianisten und Musikern nachzusehen um in dieses Feld noch tiefer einzutauchen und zu sehen wie dieses System bei Musikern funktioniert.



Wie übersetzte ich mir das in Jazz
Ich kann das im Zusammenhang so verstehen, dass die Konzentration einem hilft am Faden zu bleiben und Dinge zu tun die nur mit dem Song/Lied zu tun haben und nicht mit, Technik, Ängsten, Äußerlichem. Die Gestalt/Rolle ist in dem Zusammenhang für mich der Vortragende Künstler aber auch das Stück an dem man gerade arbeiten. gerade in der Improvisation beim Jazz danke ich ist diese Konzentration gefragt



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